Freitag, 9. Januar 2009

Information Overload

(etwa Informationsüberlauf)

Ich will mich im voraus bei Lesern entschuldigen, die nicht Englisch sprechen, aber die verlinkten Inhalte sind zu ausführlich für eine Übersetzung.

Heute morgen noch habe ich einen besonderst transphoben Artikel eines amerikanischen Journalisten Kommentiert. Er begründet darin, warum er transsexualle Frauen als Männer und transsexuelle Männer als Frauen bezeichnet. Seine Argumentationskette ist ein Stück weit schlüssig, nur verlässt er den Pfad bevor er ihn zu Ende gegangen ist. Dem Rest habe ich ihm in der Kommentarsektion aufgezeigt (viel war es nicht mehr, wahrscheinlich hat ihn die Sicht auf die Ziellinie verschreckt), und das scheint bislang auch gar nicht schlecht anzukommen.

Man Allowed in Women’s Athletic Event . . . and Wins It

Dann gab es aber einen weiteren Artikel im Englischen der mich sehr, sehr verärgert hat
Puberty blockers' pushed on children Pupertätsblocker (werden) Kindern aufgezwängt.
In dem Artikel geht es darum, wie Kinder sexualisiert werden, indem man ihnen Transsexualit aufschwatzt.

Die Transphobie dieses Artikels geht ins Extreme: Transsexualität wird als sexuelle Praxis stilisiert, das Leiden und die Identität transsexualler Kinder negiert und und und...

Wer jetzt aber glaubt, so was passiert nur bei den Amerikanern, der täuscht sich leider
Erst vor etwa einem halben Jahr gab es einen extrem schlecht recherchierten Artikel auf Faz.de (Frankfurter Allgemeine Zeitung) der von Dr. Norman Spack berichtete, der Transsexuelle Kinder behandelt. Und exakt die selben Argumente vorbrachte. Dass dort ein US Arzt sich unter anderem an den Behandlungserfolgen von deutschen Ärzten orientiert hat und das Kim Petras ja schon lange durch Stern TV bekannt war - Keinerlei wissen davon, ergo keinerlei Recherche, aber der Autor fühlte sich dazu berufen, das zu beurteilen.

Bei der Recherche zum Link zu diesem Artikel bin ich noch über weitaus katastrophalere Sachen gestolpert. Jugendliche Christen (mit einem 80 jährigem Führer?) berichten über Transsexualität. Schon in der Einleitung sprechen sie von Kim Petras als Jungen und verdrehen Aussagen von Therapeuten und Studien (Bulletin Nr. 15)

Aber am schlimmsten war es, dass ich wieder mal über einen Artikel von Tanja Krienen gestolpert bin, der "einzig wahren Transsexuellen" Deutschlands. Was die für einen Unsinn erzählt und das mit einem guten Draht zur Presse, ist grausam. Sie ist übrigens die einzige Deutsche die ich kenne, die das Konzept der autogynephilen Ursache annimmt. Ein typisches Zeichen für all die (transsexuellen Frauen), die sich offensichtlich nur annehmen können, wenn sie sich als Musterexemplar darstellen und alle anderen Betroffenen verdammen können. Ein ganzes Trio solcher Musterexemplare ist mir denn auch erst kürzlich in den Kommentaren des äusserst interessanten Blogposts The Future of Transsexual Medical Care begegnet.

Sie würden 20min.ch sicher zustimmen, wenn 20min eine Transsexuelle, die so gar nicht als Aushängeschild für Unsereins geeignet ist, kurzerhand zum Transvestiten erklärt. Aber wir sind nunmal Menschen und kommen in allen Formen, Farben und vor allem Charakteren vor, und auch solche gibt es.

Da überrascht es geradezu, auch gute Nachrichten zu lesen:
http://www.123recht.net/Schweiz-verweigert-Kostenerstattung-fuumlr-Geschlechtsumwandlung__a36645.html
Schweiz verweigert Kostenerstattung für Geschlechtsumwandlung -
72-Jährige bekommt vor Menschenrechtsgericht Recht